ABSTRAKTION DER NATURDARSTELLUNG Sven Kroner / Maler

Updated: Oct 14

Sehr geehrte Damen und Herren,


Ich möchte Anna Hart zur Förderung durch ein Stipendium vorschlagen.

Anna Hart war drei Semester in meinen Lehrveranstaltungen/Projekten. Von Beginn an fiel sie mir als sehr engagiert und künstlerisch hoch begabt auf.

Immer ist die Natur Ausgangspunkt ihres malerischen Unternehmens. Man könnte ihr Vorgehen auch als Abstraktion der Naturdarstellung bezeichnen. Im letzten Jahr trat die Abbildung immer weiter in den Hintergrund, war jedoch als Anlass noch zu erkennen, bevor sie zuletzt völlig verschwand. Souverän revitalisierte Anna Hart die gestische Malerei, ohne sich in Klischees des Informel oder des Tachismus zu verlieren.

Pinsel kommen nicht zum Einsatz. Mit grossen Schwämmen und den Händen werden grossformatige Bildträger bearbeitet. Die Bilder sind bestimmt von Volumen und Fragmentierung, von der Konzentration der Farbe als Material bis zur Transparenz und Auflösung.

Die grösste Erweiterung des Malereibegriffs geschah in ihrer Serie „Kruste“. Diese Lichtmalerei entstand durch Annagramme, ausbelichtet auf Echtfotopapier. Das Negativ eines gemalten Bildes wurde belichtet, die Farben komplementiert und die Malerei transformierte sich ins Lichtbild.

Nach diesem markanten Schritt in die absolute Malerei ging die Künstlerin nach dem Sommer den entgegengesetzten Weg zurück und begann wieder mit Naturstudien. Alltägliches wurde eingefangen, ihre Umgebung, Pflanzen, Natur. Diese vermeintlichen „Anti-Avantgarde“ Aquarelle werden auch benutzt, um ihr malerisches Unternehmen erneut in der Wirklichkeit zu verankern. Die Künstlerin versichert sich der Realität um sie verlassen zu können. Dieses Wechselspiel von Figuration und Abstraktion, von analogen und digitalen Medien ermöglicht es der Malerin immer wieder Nischen mit unbetretenem Terrain zu entdecken, in dem die Kartografie der Malerei immer noch weiße Stellen aufweisst, die mit sehr eigenen malerischen Erkenntnissen ausgefüllt werden.

Dieses suchende Wechselspiel tritt ebenfalls in ihrer Malweise zutage. Klassisches Malwerkzeug wird kaum eingesetzt. Die Farbe wird vor allem auch als Flüssigkeit behandelt, die sich in der Fläche bewegt. Anna Härtelt greift geschickt an ausgewählten Stellen in den physikalischen Lauf der Farbe ein.

Sie schreibt:„Die Farben müssen fliegen und fließen...Form follows content. Ich lasse oftmals Methoden ans Steuer, die den Zufall locken. Im „Labor“ gieße, ziehe und reibe ich in unterschiedlicher Sensibilität Farben auf grosse Papierformate. Der Arbeitsprozess ist zeitaufwendig und die Resultate leben vom Körpereinsatz. Formel vereinen sich all diese Elemente in einer analytischen, radikalen Malerei.

Mit feinem Gespür zeigt Anna Hart wie vielschichtig Landschaftsmalerei heute sein kann. Mit Hilfe digitaler Techniken reflektiert sie das „alte“ Medium Malerei neu und spiegelt und verankert es in der Gegenwart. Sie lässt das Pendel des Mediums schwingen und lotet alle Möglichkeiten aus.

Ihre Position kann im Kontext zeitgenössischer Malerei nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ihre bereits rege Ausstellungstätigkeit dokumentiert das Interesse des Fachpublikums. Herauszuheben sind Ausstellungen in der Galerie Eigenheim, “Raum 10/11“ Weimar, Galerie Zokei,“ Transit“ Yokohama, Japan, Galerie Ikonop, Weimar, „Iconomesh“, Galerie KUB, Leipzig, “Head Games“, U-Bahnstation Saint Germain des Pres, Paris, „Green Space-der unterirdische Garten.“

Ich halte Anna Harts künstlerisches Potential, sowie ihre Zielstrebigkeit für unbedingt förderungswürdig, gerade auch im Hinblick auf den aktuellen Diskurs in der gegenwärtigen Kunst.

 
 

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